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Abends an etwas Schönes denken – oder lieber doch nicht?

Von Gedanken zu Alpträumen

von Anne Greveling

Wer kennt das nicht: Man kann nicht einschlafen, wälzt sich von einer Seite auf dieandere, fängt an zu grübeln. Hätte ich gestern in dem Gespräch mit meinem Chef vielleicht doch anders reagieren sollen? War es ein Fehler, dieses teure Auto zu kaufen? Werde ich das Examen bestehen? Und schon fängt das Herz an zu rasen, und man spürt förmlich, wie der Blutdruck in die Höhe schießt. An Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Abendliches Grübeln ist keine gute Einschlafstrategie! Unangenehme Gedanken vor dem Einschlafen einfach zu verdrängen, ist aber auch keine Lösung – denn das kann zu

Alpträumen führen.

 

Wie wirken belastende Gedanken vor dem Einschlafen sich auf die Schlafqualität und das Traumgeschehen aus? Sollte man solche Gedanken lieber unterdrücken und sich stattdessen etwas Schönes vorstellen? Ein Team aus Psychologen und Traumforschern ging dieser Frage auf den Grund und kam zu einem überraschenden Ergebnis: Die abendliche Verdrängung unangenehmer Themen, die uns tagsüber beschäftigen, kann zu Alpträumen und eingeschränktem seelischem Wohlbefinden am nächsten Tag führen.

An der Studie nahmen 30 gesunde Versuchspersonen ohne Schlafprobleme teil. 15 Probanden erhielten die Anweisung, in den letzten fünf Minuten vor dem Schlafengehen an etwas Unangenehmes zu denken. Dabei sollte es sich um einen Gedanken handeln, der sich ihnen im Wachzustand immer wieder aufdrängte: „etwas, woran Sie nicht denken möchten, was Ihnen aber trotzdem ab und zu in den Sinn kommt. Das kann zum Beispiel eine Erinnerung, ein geistiges Bild oder ein Gedanke an eine Person, einen Gegenstand oder Ort, ein früheres oder imaginäres zukünftiges Ereignis sein“, hieß es in der Anweisung für die Probanden – zum Beispiel: „Mein Chef kritisiert mich“, „Mein Mann betrügt mich und will sich von mir trennen“ oder „Ich kann meine Hypothek nicht mehr abzahlen“.

Die anderen Versuchspersonen sollten sich ebenfalls einen unschönen Gedanken vergegenwärtigen und sich auf die negativen Gefühle konzentrieren, die er in ihnen wachrief. Dann aber sollten sie diesen unangenehmen Gedanken ausblenden und in den letzten fünf Minuten vor dem Schlafengehen bewusst an etwas anderes denken. „Tun Sie, was Sie können, um diesen Gedanken von sich fernzuhalten. Denken Sie nicht daran – nicht einmal für einen kurzen Augenblick, nicht mal eine Sekunde lang. Dann gehen Sie zu Bett.“

Am nächsten Morgen sollten die Studienteilnehmer ein Traumtagebuch ausfüllen und aufschreiben, wie gut sie geschlafen hatten: Gab es Probleme mit dem Einschlafen? Wie oft waren sie nachts aufgewacht? Empfanden sie ihre Träume in dieser Nacht als unangenehm oder beängstigend? Ferner mussten sie Fragen zu ihrem allgemeinen seelischen Befinden beantworten.

 

Probleme nicht verdrängen, sondern bewältigen

Das Ergebnis der Studie: Die Teilnehmer, die ihren unangenehmen Gedanken vor dem Einschlafen systematisch unterdrückt hatten, träumten viel öfter davon als die Probanden der anderen Gruppe. Außerdem empfanden sie ihre Träume als belastender und kreuzten beim Ausfüllen des Fragebogens zu ihrem seelischen Befinden mehr Symptome an, die auf psychische Probleme hindeuteten. Auf die Schlafqualität und das Ein- und Durchschlafen hatte das Zulassen oder Unterdrücken belastender Gedanken hingegen keinerlei Einfluss.

„Es kann durchaus verlockend sein, unangenehme Gedanken zu unterdrücken, weil man damit auch den negativen Emotionen aus dem Weg geht, die sie wachrufen“, so das Fazit der Autoren der Studie. Trotzdem ist das keine kluge Strategie, denn: „Diese Verdrängung kann zu schlechten Träumen oder Alpträumen führen.“ Die neue Studie bestätigt Ergebnisse früherer Untersuchungen zum Umgang mit Alpträumen, die zeigen, dass die beste Vorgehensweise darin besteht, sich seinen Trauminhalten zu stellen und die Traumgeschichte so „umzuschreiben“, dass sie dem Träumer weniger Angst einflößt, das Problem gelöst oder vielleicht sogar eine Art Happy End möglich wird.

 

Quelle: Tana Kröner-Borowik et al.: The effects of suppressing intrusive thoughts on dream content, dream distress and psychological parameters. Journal of Sleep Research (2013) 22, S. 600–604

Quelle: Das Schlafmagazin-Ausgabe 2/2016

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