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Kiefergymnastik: kleine Übung – große Wirkung

Das Kiefergelenk

Was dem Körper gut tut, kann für den Kiefer nicht schlecht sein: Bewegung. Das menschliche Kiefergelenk ist klein, hat aber großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Mit Hilfe des wirklich komplexen Kiefergelenks können wir kauen, durch den Mund atmen, sprechen oder auch gähnen. Zudem ist der kleine Tausendsassa außerordentlich kräftig. Auch wenn es in der Tierwelt weit stärkere Kiefermuskulaturen gibt, sind Drücke bei den hinteren Zähnen um etwa 800 Nm erstaunlich. Die Kiefermuskulatur ist somit der stärkste Muskel des Menschen und für die moderne Nahrungsaufnahme eigentlich überproportioniert. Dass bei solchen Kräften auf kleinstem Raum manchmal etwas aus dem Gleichgewicht kommen kann, ist keine Überraschung. Solche Fälle vorzubeugen oder abzumildern ist der Sinn der Kiefergymnastik.

 

Es gibt viele Bereiche, Berufe und Betroffene, bei denen Kiefergymnastik zum guten Ton gehört oder gehören sollte. Für alle geht es gleichermaßen um die Entspannung und gleichzeitige Kräftigung der Kiefer durch gymnastische Übungen. Kieferverspannungen haben verschiedene Ursachen, wie zum Beispiel eine „craniomandibulare Dysfunktion“ (kurz CMD), bei der man einen Arzt konsultieren sollte. Andere Gründe sind Stress (oft verbunden mit Zähne knirschen) oder das Tragen einer Protrusionsschiene (Schnarchschiene), besonders wenn sie noch nicht eingetragen ist. Egal wie die Ursache aussieht – werden die Verspannungen nicht behandelt, kann das unangenehme Auswirkungen weit über den Kieferraum hinaus haben. So kommt es nicht selten zu Schmerzen an den Zähnen, dem Nacken, den Schultern und sogar dem Rücken. Wenn man in solchen Fällen die Ursache nicht kennt oder erkennt, kann es verständlicherweise unangenehm für die Gesundheit werden.

 

Kiefergymnastik als Teil des Tagesablaufs

Kieferverspannungen sollten schon allein wegen diesen Folgen im Anfangsstadium unterbunden oder zumindest verringert werden. Dafür gibt es heute eine beachtenswerte Anzahl an Möglichkeiten und Angeboten durch Kiefergymnastik mit oder ohne Hilfsmittel, mehr oder weniger wirksam. Der erste Schritt ist wie überall das Erkennen des Problems. Auch dafür gibt es verschiedene, leicht durchzuführende Selbsttests. Diese reichen von der Messung des Zahnabstands bis zum bis zur Kontrolle der seitlichen Verschiebung des Unterkiefers vorm Spiegel. Egal wie das Ergebnis aussieht – Kiefergymnastik ist in jedem Fall eine gute, weil vorbeugende Maßnahme.

 

Mundmuskulatur-Training, Lockerungsübungen und Kiefergymnastik werden von vielen Menschen und Berufsgruppen angewandt. Die Bandbreite erstreckt sich von professionellen Sängern und Sängerinnen über BlasinstrumentSpieler und -Spielerinnen bis zu Trägern von Unterkiefer-Protrusionsschienen (Schnarchschienen). Letztere Gruppe und die dafür geeignete Kiefergymnastik stehen im Fokus dieses Beitrages. Der Grund r die Anwendung sind unangenehme Nebeneffekte nach dem Tragen einer Schnarchschiene im Schlaf. So sehr die Schiene eine große Hilfe bietet, so sehr ist sie für den Mundraum anfangs eine gewöhnungsbedürftige Umstellung. Das macht sich am häufigsten in leichten Verspannungen des Mundraums und Kiefers bemerkbar. Genau hier setzt Kiefergymnastik an. Richtig angewendet, hilft sie Verspannungen oder Schmerzen der Kiefermuskulatur zu reduzieren oder gar nicht entstehen zu lassen.

 

Kiefergymnastik für jede Situation

Welche Formen von Kiefergymnastik gibt es, wann kann man Sie anwenden und was benötigt man dazu? Wie schon geschrieben sind die Angebote, Übungen und Methoden sehr umfangreich. Bei der Internetsuche nach Kiefergymnastik wird man mit Ergebnissen überhäuft. Daraus das Richtige für sich selbst zu finden ist sicher nicht einfach, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Als Beispiel soll hier die Kiefergymnastikempfehlung von Dr. Kares dienen (Link siehe unten). Alle Übungen sind ohne Hilfsmittel und somit jederzeit und überall ohne viel Aufwand durchführbar. Sie werden empfohlen „zur Behandlung von Verspannungen/Schmerzen der Kaumuskulatur, eingeschränkter Kieferöffnung, Störung der Bisslage und/oder Zähne pressen.“ Darunter befinden sich auch Übungen für das Tragen einer Unterkieferprotrusionsschiene. In einigen Fällen ist es ratsam, sich Empfehlungen eines Arztes für geeignete Übungen zu holen. Das Urteil eines Fachmanns ist genau genommen nie ein Nachteil.

 

Was alle Übungen vereint (nicht nur die im Beispiel), ist der Zeitpunkt der Übungen. Kiefergymnastik soll nach Möglichkeit nach dem Aufwachen/Aufstehen und vor dem Schlafengehen praktiziert werden. Die Anzahl der Wiederholungen in einer Serie ist für jede Übung individuell, bewegt sich aber fast immer um die Fünf. 3 Serien sind die Regel und eine vorsichtige, nicht zu ehrgeizige oder zu intensive Herangehensweise ist ratsam. Wie immer Sie sich entscheiden oder was Sie für sich finden – machen Sie Kiefergymnastik zu einem Teil Ihrer Tagesroutine. Selten bekommt man mit einem kleinen Aufwand einen so großen Gewinn.