Studie belegt signifikanten Zusammenhang zwischen Schlaf bei nächtlichem Licht und der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In einer medizinische Studie*, veröffentlicht am 23.Oktober 2025 im Fachmagazin »JAMA Network Open, wurde der Zusammenhang zwischen dem Schlaf in der Nacht unter Lichteinstrahlung und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht. Die konkrete Fragestellung war dabei: besteht ein Zusammenhang zwischen dem Schlaf bei Licht in der Nacht und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
SETTING UND TEILNEHMER der Studie
Die Studie analysierte Daten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen über einen Zeitraum von 9,5 Jahren (Juni 2013 bis November 2022) von Teilnehmern der UK Biobank, die in einer natürlichen Umgebung Lichtsensoren trugen. Die Datenanalyse erfolgte von September 2024 bis Juli 2025. Die nächtliche Lichtexposition wurde verfolgt von am Handgelenk getragene Lichtsensoren.
In dieser Kohortenstudie mit 88.905 Erwachsenen im Alter von über 40 Jahren war die Exposition gegenüber hellerem Licht in der Nacht unabhängig von etablierten kardiovaskulären Risikofaktoren mit einem höheren Risiko für koronare Herzkrankheit, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Schlaganfall verbunden. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Vermeidung von Nachtlicht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann.
Nächtliches Licht verursacht Störungen des zirkadianen Rhythmus, was ein bekannter Risikofaktor für negative kardiovaskuläre Ereignisse ist. Der genaue Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist jedoch noch nicht vollständig erforscht.
Die wichtigsten Ergebnisse und Messgrößen, darunter die Inzidenz von koronarer Herzkrankheit, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Schlaganfall nach Lichttracking, wurden aus Daten des britischen National Health Service (NHS) abgeleitet. Die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden mithilfe von Cox-Regressionsmodellen (drei primäre Modelle, adjustiert auf drei Stufen) bewertet und als Hazard Ratios (HRs) angegeben.
ERGEBNISSE:
Insgesamt wurden 88.905 Personen einbezogen (mittleres Alter [SD] 62,4 [7,8] Jahre; 50.577 weiblich [56,9%]). Im Vergleich zu Personen mit dunklen Nächten wiesen diejenigen mit den hellsten Nächten ein signifikant höheres Risiko für koronare Herzkrankheit (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 1,32; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,18–1,46), Herzinfarkt (aHR 1,47; 95 %-KI 1,26–1,71), Herzinsuffizienz (aHR 1,56; 95 %-KI 1,34–1,81), Vorhofflimmern (aHR 1,32; 95 %-KI 1,18–1,46) und Schlaganfall (aHR 1,28; 95 %-KI 1,06–1,55) auf. Diese Zusammenhänge blieben auch nach Berücksichtigung kardiovaskulärer Risikofaktoren wie körperliche Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung, Schlafdauer und sozioökonomischem Status bestehen. Stärkere Zusammenhänge zwischen Nachtlicht und dem Risiko einer Herzinsuffizienz ( P für Interaktion = 0,006) sowie einer koronaren Herzkrankheit ( P für Interaktion = 0,02) wurden bei Frauen beobachtet, sowie zusätzlich stärkere Zusammenhänge zwischen Nachtlicht und dem Risiko einer Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern .

Schlussfolgerungen:
Die Einwirkung von Tag- und Nachtlicht steht in Zusammenhang mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Personen mit höherer nächtlicher Lichtexposition weisen ein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Schlaganfall auf.
Die nächtliche Lichtexposition erwies sich als signifikanter Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Erwachsenen über 40 Jahren. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Vermeidung von nächtlichen Lichtquellen eine sinnvolle Strategie zur Reduzierung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen kann. Es können zum Beispiel nachts lichtdichte Vorhänge, Rollos oder Schlafmasken verwendet und Smartphones und Fernseher vor dem Schlafen ausgeschaltet werden.
*Studie veröffentlicht im Fachmagazin »JAMA Network Open,”Light Exposure at Night and Cardiovascular Disease Incidence” von Daniel P. Windred, PhD1; Angus C. Burns, PhD2,3,4,5; Martin K. Rutter, MD6,7 et al
